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Posted by: sigi

Durch Zufall erfuhr ich einige Wochen zuvor von der bevorstehenden letzten Fahrt des T12, des vorletzten Schienenbusses der Prignitzer Eisenbahn, am 12.01.2008. Jahrelang war bereits ein Ausflug zur Prignitzer Eisenbahn geplant gewesen, liegt diese doch für mich beinahe vor der Haustür und war lange bekannt, daß dort noch einige der selten gewordenen geliebten Schienenbusse der Deutschen Bundesbahn, ehemals Baureihe 798, unterwegs waren … doch leider war immer irgendwas anderes wichtiger gewesen, und so kam ich erst zu dieser einigermaßen traurigen Gelegenheit noch einmal in den Genuß einer Fahrt mit dem ehemals roten Brummer.


Ein angenehmer Arbeitsplatz

Bereits seit einigen Jahren nicht mehr im Planeinsatz vertreten, war der Grund für diesen letzten Einsatz des T12 sein bevorstehender Fristablauf am 14.01.2008. Der T12 pendelte zwischen Pritzwalk und Plau am See, wobei der Abschnitt zwischen Pritzwalk und Meyenburg als Planverkehr sowie der zwischen Meyenburg und Plau als Sonderzug galt. Es hatten sich natürlich auch einige Eisenbahnfreunde sowohl im Zug als auch entlang der Strecke eingefunden, doch insgesamt hielt sich das Interesse in Grenzen.

Die PEG hatte am 29.09.1996 auf der Strecke Putlitz - Pritzwalk mit dem T1 die Ära des ex 798 in Nordbrandenburg und Mecklenburg-Vorpommern eingeläutet. Insgesamt waren zwölf Stück davon bei der PEG im Einsatz; ganz besonders interessant daran war die Tatsache, daß die PEG als Kraftstoff Pflanzenöl verwendete. Abgelöst wurden die Schienenbusse schließlich ab Herbst 2003 von den “zeitgemäßen” RegioShuttle-Triebwagen, die es nach der leider wenig maßgeblichen Meinung des Schreibers dieser Zeilen in punkto Komfort in keiner Weise mit den alten Schienenbussen aufnehmen können.


Im Bahnhof Pritzwalk war vor der Rückfahrt nach Plau am See genug Zeit, den Schienenbus noch einmal ausgiebig von allen Seiten abzulichten


Der T12 der PEG zeigte sich auf seiner letzten Fahrt in sehr gutem Zustand

Der T12 wurde nach seinem Fristablauf abgestellt. Seine Zukunft ist ungewiß, da nach Aussagen eines freundlichen Herrn von der PEG, der auf der Fahrt anwesend war, niemand für das Fahrzeug Interesse aufgebracht habe. Da nur eine Abstellung im Freien in Frage komme, sei auch absehbar, wann der Zustand aufgrund des allgegenwärtigen Vandalismus der Schrottreife nahekomme.

Allerdings dürften gewisse Animositäten, wie sie z.B. anscheinend zwischen der Prignitzer Eisenbahn und den Berliner Eisenbahnfreunden (welche seit Jahren Museumsbetrieb auf der alten Stammstrecke der Heidekrautbahn zwischen Berlin-Wilhelmsruh und Basdorf durchführen) bestehen, dem an sich vorhandenen gemeinsamen Anliegen aller Eisenbahnfreunde, historische Fahrzeuge möglichst zu erhalten, durchaus abträglich sein.

Im Bahnhof Meyenburg gab es noch einiges Interessante abzulichten:


T10 hat ebenso wie V25.01 bereits bessere Zeiten gesehen


Eine beträchtliche Anzahl formschöner Triebwagen dänischer Herkunft war in Meyenburg abgestellt: Ys 92/Ym 54 …


… und Ym 53 von der Helsingør-Hornbæk Gillele-Banen

Wie dem auch sei: Noch bleibt der PEG ein allerletzter betriebsfähiger ex 798, nämlich der T11, und den wird man hoffentlich noch häufig im Einsatz erleben dürfen. Möge dem T12 das Schicksal seines Bruders T10 erspart bleiben …

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Posted by: sigi

Am 14. Okober 2006 war wieder einmal ein spontaner Kurztrip in unser südliches Nachbarland angesagt. Schnell trug mich mein guter Audi auf der Autobahn von Berlin nach Dresden und weiter ins Erzgebirge, und in Zinnwald/Cínovec hieß es dann: “Dobrý den, Česko!” Weiter ging es nach Dubí u Teplic (Eichwald bei Teplitz), wo ich im leider inzwischen geschlossenen Hotel Dubín mein Quartier nahm. Es folgte noch ein kurzer Ausflug ins nahegelegene Moldava (Moldau), wo sich ein Blick auf den Endbahnhof der Strecke Most - Moldava sowie eine kleine abendliche Wanderung zur Horská Chata Vitiška (Wittichbaude) ergab. Anschließend gab es im Hotel Dubín ein sehr leckeres Gulaš s knedlikem sowie ein paar Gambrinus und Becherovka :) Obwohl auf dem gegenüberliegenden Vietnamesenmarkt Jugendliche bis spät in die Nacht Party machten, schlief ich sehr gut ;)

Am nächsten Morgen ging es zu Fuß zum nahe dem Hotel Dubín gelegenen mit einer Spitzkehre ausgestatteten Dubí nádráží (Bahnhof Eichwald), der sich im schönsten altösterreichischen Ambiente präsentierte. Hier kam mir bei bestem sonnigem Spätherbstwetter auch gleich ein Zug nach Moldava, der hier natürlich “kopfmachte”, vor die Kameralinse:

810 152 der ČD in Dubí

Die Strecke Most - Osek - Moldava, auch genannt Teplitzer Semmering, Moldavská horská dráha (Moldauer Bergbahn) oder Krušnohorská železnice (Erzgebirgsbahn), wurde am 18. Mai 1885 eröffnet und hatte ihre Hauptaufgabe einst im Transport von Braunkohle aus dem nordböhmischen Revier nach Sachsen. In Moldava ging es bis 1945 weiter nach Nossen. Eine Beschreibung der Strecke mit Gleisplänen und schönen Fotos ist in tschechischer Sprache verfügbar:
http://www.spvd.cz/?p=cz/most/zeleznice/135/135.html&m=cz/most/menu_most_zeleznice.html

Leider hatte ich diesmal keine Zeit zu einer Fahrt auf dieser wunderschönen Strecke, daher ging es dann erst zu einem kleinen Abstecher nach Haj u Duchcová ins Braunkohlerevier westlich von Teplice (Teplitz) und danach weiter über Teplice – Dubí – Krupka – Jílové (Eulau) – Děčín (Tetschen) – Česká Kamenice (Böhmisch Kamnitz) – Liberec (Reichenberg) – Jablonec nad Nisou (Gablonz) nach Tanvald (Tannwald), wo ich rechtzeitig zur Abfahrt des nächsten Zuges über die Zubačka (Tannwalder Zahnradbahn) ankam.


Fahrzeuge der Tannwalder Zahnradbahn in Tanvald


810 156 der ČD in Tanvald

Die Zubačka Tanvald - Desná (Dessendorf) - Kořenov (Wurzelsdorf) - Harrachov (Harrachsdorf), eröffnet 1902, ist die letzte erhaltene regelspurige Zahnradbahnstrecke Europas, und die Železniční společnost Tanvald kümmert sich sehr rührig um ihren Fortbestand. Obwohl der Regelverkehr auf der Strecke seit langem schon nicht mehr auf die Zahnstange System Abt angewiesen ist, wurden die Einrichtungen zum Zahnradbetrieb erhalten und es finden regelmäßig Sonderfahrten mit den originalen Zahnradlokomotiven statt, die jedem Eisenbahnfreund nur wärmstens zu empfehlen sind. Aber auch der Regelverkehr ist eine Reise wert. Eine so schöne und idyllische Strecke findet man wahrlich selten, was ebenso für die Erzgebirgsbahn zutrifft.

In Tanvald war vor der Abfahrt des Zuges nach Harrachov noch Zeit, einige weitere interessante Fahrzeuge abzulichten:


Zug in Richtung Liberec mit 749 006 der ČD in Tanvald


945 001 der ČD …


… und 854 027 waren gerade aus Praha Vršovice über Mladá Boleslav und Železný Brod in Tanvald angekommen

Die Fortführung der Strecke von Harrachov nach Szklarska Poręba (Schreiberhau) in Polen zur Riesengebirgsbahn, der einstigen Heimat der ET 89, wurde durch tschechische Eisenbahnfreunde bereits vor längerer Zeit wieder befahrbar gemacht, liegt aber dennoch derzeit im Dornröschenschlaf. Daher endet die Reise mitten im Wald in perfekter Idylle im Bahnhof Harrachov:


810 425 der ČD in Harrachov


Der freundliche Tfz lichtete mich zusammen mit dem typischen Triebwagen ab :)

Bald wird es wieder Zeit für einen Besuch in Nordböhmen, spätestens im kommenden Frühjahr. Dann steht auf jeden Fall ein ausgiebiger Aufenthalt an der Erzgebirgsbahn an! Doch auch noch andere technische Raritäten in der Gegend lohnen einen Besuch, z.B. die Sesselbahn von Bohosudov nach Komáří Vížka. Hier noch ein paar Links zu Webseiten über die Tannwalder Zahnradbahn:
Offizielle Webseite der Železniční společnost Tanvald: http://www.zubacka.cz/
Privatseite mit vielen historischen Fotos, auch in Englisch: http://www.albico.cz/zubacka/contents.htm